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Marder im Haus und Garten: Wie kann man ihn dauerhaft fernhalten?

Marder im Haus oder Garten? Erfahren Sie, wie Sie einen Steinmarder erkennen, welche Maßnahmen helfen und warum das Verschließen der Zugänge entscheidend ist.

Marder im Haus und Garten: Wie kann man ihn dauerhaft fernhalten?

Nächtliches Poltern auf dem Dachboden, beschädigte Dämmung oder plötzlich auftauchende Spuren rund ums Haus können auf einen unerwünschten Besucher hindeuten: den Steinmarder.

Steinmarder leben längst nicht nur in ländlichen Gebieten. Sie kommen auch in Städten und Wohngebieten vor und nutzen Gebäude, Dachböden, Scheunen oder andere geschützte Bereiche als Rückzugsorte.

Ein Marder muss dabei nicht automatisch zum Problem werden. Dringt er jedoch regelmäßig in ein Gebäude ein, können Lärm, Verschmutzungen und Schäden an Dämmmaterial oder anderen Bauteilen entstehen.

Wer einen Marder dauerhaft fernhalten möchte, sollte deshalb nicht nur versuchen, das Tier kurzfristig zu vertreiben. Entscheidend ist, herauszufinden, warum es das Grundstück oder Gebäude nutzt und wie seine Zugänge anschließend sicher verschlossen werden können.

Welcher Marder kommt typischerweise ans Haus?

Wenn in Deutschland von einem „Marder am Haus“ gesprochen wird, ist häufig der Steinmarder (Martes foina) gemeint.

Er wird deshalb teilweise auch als Hausmarder bezeichnet.

Steinmarder sind sehr anpassungsfähig. Sie können hervorragend klettern und springen und finden in menschlichen Siedlungen zahlreiche Nahrungsquellen und Verstecke.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Dachböden
  • Scheunen und Schuppen
  • Hohlräume an Gebäuden
  • Kompostbereiche
  • Mülltonnen
  • offen zugängliches Tierfutter
  • Obst und Beeren im Garten

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) beschreibt Steinmarder als Tiere, die im Umfeld des Menschen relativ häufig vorkommen und unter anderem in Gebäude eindringen können.

Woran erkennt man einen Marder im Haus?

Da Steinmarder überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv sind, bekommt man sie häufig gar nicht direkt zu Gesicht.

Stattdessen fallen zunächst ihre Spuren auf.

Typische Hinweise können sein:

- Poltern oder Kratzen auf dem Dachboden, besonders nachts

  • beschädigte oder verschobene Dämmmaterialien
  • Kot an regelmäßig genutzten Stellen
  • unangenehme Gerüche
  • Pfotenabdrücke auf staubigen oder feuchten Flächen
  • wiederkehrende Laufwege am Gebäude
  • beschädigte Kabel oder andere Materialien
  • Federn oder Nahrungsreste in einem Versteck

LAVES weist darauf hin, dass Steinmarder unter anderem Dämmungen beschädigen und Elektrokabel an Fahrzeugen zerbeißen können. Auch nächtliche Lärmbelästigung gehört zu den häufigen Konflikten.

Warum kommt ein Marder immer wieder zurück?

Ein Gebäude kann für einen Steinmarder einen sehr attraktiven Rückzugsort darstellen.

Ein trockener, geschützter Dachboden bietet Ruhe und Schutz vor Witterung. Gleichzeitig können in Wohngebieten leicht erreichbare Nahrungsquellen vorhanden sein.

Dazu gehören:

  • offene Müllbehälter
  • Speisereste
  • Küchenabfälle auf dem Kompost
  • Hunde- oder Katzenfutter im Freien
  • Vogelfutter
  • Fallobst
  • leicht erreichbare Kleintier- oder Geflügelbereiche

Hat ein Marder einen geeigneten Unterschlupf gefunden, kann er denselben Zugang wiederholt benutzen.

Genau deshalb reichen kurzfristige Störmaßnahmen allein häufig nicht aus.

Wie kommt ein Marder auf den Dachboden?

Steinmarder sind ausgezeichnete Kletterer.

Sie können beispielsweise über Bäume, Sträucher, Fallrohre oder andere Strukturen an ein Gebäude gelangen und anschließend kleine Schwachstellen am Dach oder an der Fassade nutzen.

Mögliche Zugänge sind:

  • beschädigte Dachziegel
  • offene Lüftungsbereiche
  • Spalten an Dachkanten
  • Öffnungen an Verkleidungen
  • nicht ausreichend gesicherte Gebäudefugen
  • Äste oder Rankhilfen direkt am Haus

Deshalb ist die Suche nach dem tatsächlichen Einstiegspunkt einer der wichtigsten Schritte.

Achten Sie auf Laufspuren, Haare, Verschmutzungen oder wiederkehrende Geräusche. Bei feuchtem Wetter können Pfotenabdrücke ebenfalls Hinweise liefern.

Was hilft gegen einen Marder?

1. Nahrungsquellen reduzieren

Der erste Schritt besteht darin, das Grundstück weniger attraktiv zu machen.

Mülltonnen sollten zuverlässig geschlossen sein. Essensreste gehören nicht offen auf den Kompost. Hunde- und Katzenfutter sollte möglichst nicht über Nacht draußen stehen.

Auch Fallobst sollte regelmäßig entfernt werden.

Damit wird nicht garantiert, dass ein bereits eingezogener Marder sofort verschwindet. Sie reduzieren jedoch Faktoren, die Tiere immer wieder auf das Grundstück locken können.

2. Rückzugsorte und Laufwege identifizieren

Beobachten Sie, welche Bereiche der Marder regelmäßig nutzt.

Besonders wichtig ist die Frage:

Wo gelangt das Tier ins Gebäude?

Steinmarder benutzen häufig wiederkehrende Wege. Sind Einstieg und Laufweg bekannt, lässt sich eine dauerhafte Lösung wesentlich gezielter planen.

3. Den Aufenthaltsbereich vorübergehend unattraktiver machen

Licht, Geräusche, Bewegung und Veränderungen im gewohnten Rückzugsraum können einen Steinmarder irritieren.

LAVES nennt Veränderungen im bekannten Revier sowie Licht- und Lärmeffekte als mögliche Maßnahmen, um einen Marder aus einem Gebäude zu vertreiben.

Allerdings sollte man die Wirkung nicht überschätzen.

NABU weist darauf hin, dass Duftstoffe, Geräusche, Licht und Ultraschallgeräte Steinmarder in der Regel nicht dauerhaft vertreiben. Ungewohnte Reize können Tiere vorübergehend fernhalten, häufig tritt jedoch ein Gewöhnungseffekt ein.

Solche Maßnahmen sind deshalb eher als Unterstützung vor dem anschließenden Ausschluss zu betrachten – nicht als alleinige Dauerlösung.

4. Zugänge dauerhaft verschließen

Das ist der wichtigste Schritt für eine langfristige Lösung.

LAVES beschreibt das Auffinden und sichere Verschließen aller Mardereingänge als dauerhafte, wenn auch aufwendige Maßnahme.

Aber Vorsicht:

Ein Zugang darf niemals einfach verschlossen werden, solange sich das Tier noch im Gebäude befindet.

Besonders während der Jungenaufzucht besteht zusätzlich die Gefahr, Jungtiere einzuschließen oder von der Mutter zu trennen.

Vor dem Verschließen muss deshalb zuverlässig geklärt sein, dass sich kein Tier mehr im betroffenen Bereich befindet. Bei Unsicherheit sollte ein Fachbetrieb beziehungsweise die zuständige Jagd- oder Wildtierstelle hinzugezogen werden.

Funktionieren Ultraschallgeräte gegen Marder?

Ultraschallgeräte werden häufig als unkomplizierte Lösung gegen Marder angeboten.

Für eine dauerhafte Wirkung sollte man jedoch vorsichtig mit Versprechen sein.

NABU Berlin weist ausdrücklich darauf hin, dass Ultraschallgeräte häufig nur eine zeitlich begrenzte Wirkung haben. Tiere können sich an gleichbleibende Reize gewöhnen und später zurückkehren.

Deshalb sollte ein Ultraschall- oder anderes Vergrämungsgerät nicht als Ersatz für das Auffinden und Sichern der Eintrittsstellen betrachtet werden.

Wenn solche Geräte eingesetzt werden, sind sie eher Teil einer Kombination:

Stören → Auszug kontrollieren → Zugang sicher verschließen → erneuten Eintritt verhindern.

Was ist mit Duftsprays und Hausmitteln?

Auch intensive Gerüche werden häufig empfohlen.

Dazu gehören kommerzielle Mardersprays ebenso wie verschiedene Hausmittel.

Die Ergebnisse sind jedoch uneinheitlich.

NABU beschreibt kommerzielle Duftstoffe als meist wenig hilfreich für eine dauerhafte Vertreibung. Andere behördliche Informationsmaterialien weisen ebenfalls darauf hin, dass geruchsbasierte Vergrämung oft nur vorübergehend wirkt.

Wer solche Methoden ausprobiert, sollte sie deshalb nicht als endgültige Lösung betrachten.

Außerdem sollten keine aggressiven oder umweltschädlichen Substanzen eingesetzt werden.

Darf man einen Marder einfach fangen?

Hier ist Vorsicht erforderlich.

Steinmarder unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Welche Regelungen für Fang, Jagdzeiten und befriedete Bereiche gelten, hängt teilweise vom jeweiligen Bundesland ab.

LAVES weist ausdrücklich darauf hin, dass Steinmarder jagdbares Wild sind und dem Bundesjagdgesetz beziehungsweise den jeweiligen Landesregelungen unterliegen.

NABU erläutert ebenfalls, dass der Fallenfang je nach Bundesland rechtlich eingeschränkt sein kann und teilweise besondere Berechtigungen erforderlich sind.

Deshalb sollten Hausbesitzer nicht eigenmächtig eine Lebendfalle aufstellen und einen Marder an einem anderen Ort aussetzen, ohne die örtlichen Vorgaben zu kennen.

Hinzu kommt ein praktisches Problem:

Das Entfernen eines einzelnen Tieres beseitigt nicht automatisch die Ursache. Bleibt ein attraktiver und zugänglicher Unterschlupf bestehen, kann das Revier später von einem anderen Marder genutzt werden.

Die nachhaltigere Strategie ist deshalb die bauliche Sicherung des Gebäudes.

Was tun, wenn ein Marder Junge hat?

Besondere Vorsicht ist während der Jungenaufzucht erforderlich.

Wenn sich Jungtiere im Dachboden oder in einem anderen Versteck befinden, darf der Zugang nicht einfach verschlossen werden.

Dadurch könnten die Jungtiere eingeschlossen oder von ihrer Mutter getrennt werden.

Wenn Sie während dieser Zeit einen Marder im Gebäude vermuten, sollten Sie einen erfahrenen Fachbetrieb, eine Wildtierberatung oder die zuständige Jagdbehörde kontaktieren, bevor bauliche Maßnahmen durchgeführt werden.

Wie verhindert man, dass ein Marder zurückkommt?

Eine langfristige Strategie besteht aus mehreren Schritten:

1. Nahrungsquellen rund ums Haus reduzieren. 2. Regelmäßige Laufwege und Einstiegspunkte identifizieren. 3. Den Aufenthaltsbereich gegebenenfalls vorübergehend unattraktiver machen. 4. Sicherstellen, dass kein Tier mehr im Gebäude ist. 5. Alle relevanten Zugänge fachgerecht verschließen. 6. Dach und Fassade regelmäßig auf neue Schwachstellen kontrollieren.

Auch Äste und andere Kletterhilfen direkt am Gebäude können überprüft werden.

Entscheidend ist nicht, den Marder ständig mit immer neuen Reizen zu „bekämpfen“, sondern ihm den erneuten Zugang zum gewünschten Rückzugsort zu verwehren.

Marder im Garten – muss man überhaupt etwas tun?

Nicht jeder Marder im Garten muss vertrieben werden.

Steinmarder sind Wildtiere und Teil des Ökosystems. Sie fressen unter anderem Mäuse, Ratten, kleinere Tiere und verschiedene andere Nahrungsquellen.

Ein gelegentlicher nächtlicher Besuch im Garten ist deshalb etwas anderes als ein Marder, der dauerhaft im Dachboden lebt oder Schäden verursacht.

Maßnahmen sind besonders dann sinnvoll, wenn:

  • das Tier regelmäßig in Gebäude eindringt
  • Dämmung oder andere Materialien beschädigt werden
  • erhebliche nächtliche Lärmbelästigung entsteht
  • Geflügel oder andere gehaltene Tiere gefährdet sind
  • wiederkehrende Verschmutzungen auftreten

Bei einem bloßen Durchqueren des Gartens ist eine Bekämpfung normalerweise nicht erforderlich.

Fazit: Dauerhaft fernhalten statt nur kurzfristig vertreiben

Wer einen Marder im Haus oder Dachboden hat, sucht verständlicherweise nach einer schnellen Lösung.

Gerüche, Licht, Geräusche oder Ultraschall können das Tier möglicherweise vorübergehend stören. Als alleinige Dauerlösung sind solche Maßnahmen jedoch nicht zuverlässig.

Der entscheidende Schritt ist das Gebäude selbst:

Einstieg finden → Tier sicher aus dem Gebäude bekommen → kontrollieren, dass keine Jungtiere zurückbleiben → Zugang fachgerecht verschließen.

Gleichzeitig sollten leicht erreichbare Nahrungsquellen rund um Haus und Garten reduziert werden.

Da Steinmarder in Deutschland dem Jagdrecht unterliegen und sich die konkreten Regeln zwischen den Bundesländern unterscheiden können, sollten Fang- oder andere eingriffsintensive Maßnahmen nicht ohne Prüfung der örtlichen Vorschriften durchgeführt werden.

So lässt sich ein Konflikt mit dem Marder langfristig wesentlich sinnvoller lösen als durch immer neue kurzfristige Vertreibungsversuche.

FAQ

Woran erkenne ich einen Marder auf dem Dachboden?

Typische Hinweise sind nächtliches Poltern oder Kratzen, Kot, Gerüche, verschobene oder beschädigte Dämmung sowie wiederkehrende Laufspuren. Da auch andere Tiere ähnliche Geräusche verursachen können, sollte die Art möglichst sicher bestimmt werden.

Wie vertreibt man einen Marder dauerhaft?

Kurzfristige Störreize können helfen, einen Aufenthaltsbereich unattraktiver zu machen. Für eine langfristige Lösung ist jedoch entscheidend, alle relevanten Zugänge zum Gebäude zu finden und nach dem sicheren Auszug des Tieres fachgerecht zu verschließen.

Hilft Ultraschall gegen Marder?

Ultraschall kann einen Marder möglicherweise zeitweise irritieren. NABU weist jedoch darauf hin, dass die Wirkung häufig begrenzt ist und Gewöhnung auftreten kann. Ultraschall sollte daher nicht als alleinige Dauerlösung betrachtet werden.

Darf ich einen Marder selbst fangen?

Steinmarder unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Die konkreten Vorschriften für Fang, Jagdzeiten und befriedete Bereiche unterscheiden sich je nach Bundesland. Informieren Sie sich deshalb vor einem Fang bei der zuständigen Behörde oder einem fachkundigen Ansprechpartner.

Was lockt Marder an?

Geeignete Verstecke und leicht zugängliche Nahrung können ein Grundstück attraktiv machen. Dazu gehören beispielsweise offene Müllbehälter, Tierfutter, Küchenabfälle, Fallobst und geschützte Hohlräume in Gebäuden.

Sind Marder gefährlich?

Steinmarder meiden normalerweise den direkten Kontakt mit Menschen. Konflikte entstehen eher durch Lärm, Verschmutzungen oder Sachschäden. Ein Wildtier sollte dennoch nicht bedrängt oder mit bloßen Händen eingefangen werden.